Ansätze in der Beratung
Das System der Inneren Familie (IFS) geht davon aus, dass wir nicht nur „eine“ innere Stimme haben, sondern aus verschiedenen inneren Anteilen bestehen. Vielleicht kennst du das Gefühl: Ein Teil von mir möchte etwas verändern – ein anderer Teil hält mich zurück.
Diese inneren Anteile können ganz unterschiedliche Aufgaben haben. Manche schützen uns, manche kritisieren, manche wollen Kontrolle behalten, andere tragen verletzte Gefühle, Angst, Scham oder Traurigkeit in sich. Im IFS wird davon ausgegangen, dass auch schwierige oder belastende Anteile ursprünglich eine gute Absicht haben und uns auf ihre Weise schützen wollen.
Neben diesen Anteilen gibt es im IFS die Idee des Selbst. Damit ist ein innerer Zustand gemeint, aus dem heraus wir unseren Anteilen mit mehr Ruhe, Klarheit, Mitgefühl und Offenheit begegnen können. Das Selbst muss nicht erst „erschaffen“ werden – es ist bereits da, kann aber durch starke Gefühle, innere Konflikte oder Schutzmechanismen überdeckt sein.
In der Beratung können wir diesen Anteilen achtsam begegnen, sie besser verstehen und ihre Beziehung zueinander erkunden. Ziel ist es nicht, Anteile loszuwerden, sondern mehr innere Klarheit, Mitgefühl und Selbstführung zu entwickeln.
Dabei arbeiten wir oft mit Fragen wie:
- Wo spürst du diesen Anteil im Körper?
- Wie zeigt er sich?
- Was möchte er für dich tun?
- Wovor versucht er dich zu schützen?
- Was braucht er, um etwas mehr Vertrauen zu entwickeln?
IFS kann besonders hilfreich sein, wenn du wiederkehrende innere Konflikte, starke Gefühle, Selbstkritik, Ängste, Beziehungsmuster oder alte Verletzungen besser verstehen möchtest.

Das System der Inneren Familie (IFS)
Gründer Dr. Richard Schwartz erklärt IFS
Deutsche Untertitel und Synchronisation über Video Einstellungen verfügbar
Weitere Ansätze
Systemische Methoden
Systemische Methoden helfen dabei, den Blick zu erweitern und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Dabei schauen wir nicht nur auf ein einzelnes Problem, sondern auch auf Beziehungen, Rollen, Muster und Wechselwirkungen in deinem Leben.
Durch Fragen, Perspektivwechsel, Aufstellungen oder Visualisierungen können neue Sichtweisen entstehen. So wird oft klarer, welche Dynamiken dich beeinflussen, welche Ressourcen bereits da sind und welche nächsten Schritte möglich werden.
Züricher Ressourcen Modell (ZRM)
Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) unterstützt dich dabei, eigene Ziele nicht nur mit dem Kopf zu verstehen, sondern auch emotional und körperlich zu verankern. Es verbindet bewusste Reflexion mit inneren Bildern, Körperempfinden und persönlichen Ressourcen.
So können aus vagen Wünschen stimmige Haltungsziele entstehen, die dich im Alltag wirklich tragen. Besonders hilfreich ist ZRM, wenn du neue Entscheidungen treffen, innere Motivation stärken oder einen guten Umgang mit herausfordernden Situationen entwickeln möchtest.
Hypnosystemik
Hypnosystemik verbindet systemisches Denken mit hypnotherapeutischen und ressourcenorientierten Zugängen. Dabei geht es darum, innere Suchprozesse anzuregen, hilfreiche Bilder zu entwickeln und unbewusste Ressourcen zugänglich zu machen.
In der Arbeit können Sprache, Imagination, Körperempfinden und innere Bilder genutzt werden, um neue Möglichkeiten erlebbar zu machen. So entstehen oft andere Zugänge zu Problemen, Blockaden oder inneren Konflikten.
Embodiment und körperorientierte Zugänge
Viele Themen zeigen sich nicht nur im Denken, sondern auch im Körper – zum Beispiel als Anspannung, Druck, Enge, Unruhe oder Erschöpfung. Körperorientierte Zugänge helfen dabei, diese Signale bewusster wahrzunehmen und als wichtige Informationen zu verstehen.
Über Atem, Haltung, Bewegung, Spüren und kleine Körperübungen können wir mehr Kontakt zu deinen Bedürfnissen, Grenzen und Ressourcen herstellen. So entsteht Veränderung nicht nur über Verstehen, sondern auch über ein neues Erleben im Körper.
